Ein Bündnis von zahlreichen Hamburger Initiativen, sozialen Einrichtungen, politischen Gruppierungen und Einzelpersonen organisiert sich gegen die Vertreibungspolitik am Hauptbahnhof.

Der Fachausschuss Drogen, der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. solidarisiert sich mit den Forderungen dieses Bündnisses und unterstützt die nachfolgenden Forderungen von SOPI ("soziale und pädagogische Initiative" des Stadtteils St. Georg) in allen Punkten:

Der Hamburger Hauptbahnhof ist einer der öffentlichsten Orte ganz Hamburgs. Bis zu 450.000 Menschen durchqueren ihn täglich, nutzen ihn als Zentrale des Nah- und Fernverkehrs und Einkaufsstätte oder halten sich hier schlicht auf. Doch seit dem fragwürdigen Konzept aus den frühen neunziger Jahren, ausgerechnet diesen Hauptbahnhof zur „Visitenkarte Hamburgs“ machen zu wollen, reißen die Versuche unter den verschiedenen Senats- und Bezirksamtsbesetzungen nicht ab, einen Teil der Bevölkerung von der Nutzung auszuschließen: Menschen ohne Obdach, Alkoholisierte, Stricher, Jugendliche mit schrillem Outfit, Szene eben. Dies, obwohl immer wieder – zuletzt auf einer Zusammenkunft des „Arbeitskreises Sicherheit & Soziales am Hauptbahnhof“ am 16. Oktober im Polizeikommissariat 11 – die Lage als normal gekennzeichnet wurde und von einer besonderen Belastung keine Rede war.

Noch im Oktober 2011 scheiterte der Versuch, die Zuständigkeit für die überdachten Flächen im Vorfeld des Bahnhofs und einige Tunnel der Deutschen Bahn AG zu übertragen, um ihr per Hausrecht die Verdrängung dieser „unliebsamen“ Personengruppen zu ermöglichen. Damals auch deswegen, weil kurz vorher die Vertreibung der Obdachlosen unter der Kersten-Miles-Brücke (St. Pauli) zu einem öffentlichen Skandal geworden war und die eingeleiteten Maßnahmen (der „Zaun gegen Obdachlose“) zurückgenommen werden mussten. Doch fast genau ein Jahr später – Ende Oktober 2012 – verkündete zu aller Überraschung nunmehr die Wirtschaftsbehörde, dass die Quasi-Privatisierung der überdachten Flächen auf dem Hachmannplatz und der Tunnel Richtung Innenstadt inzwischen vollzogen sei. Diese Entscheidung ist von allen Initiativen, sozialen Einrichtungen, politischen Gruppierungen und Einzelpersonen vehement abgelehnt worden. Dementsprechend scharf ist die Ablehnung des neuen Vertreibungskonzepts, das seit Ende Oktober 2012 tagtäglich umgesetzt wird.

Was bleibt, ist reine Verdrängung. Verantwortungsvolle Sozialpolitik sieht anders aus! Wir erheben nachdrücklichen Widerspruch gegen diese Politik der Verdrängung. Wir wollen einen Hauptbahnhof für alle! Hamburg Metropolenverständnis, muss sich auch an sozialen Grundsätzen und der Bewahrung öffentlicher Räume orientieren. Wir halten die Politik der Verdrängung für das Gegenteil einer weltoffenen Stadt.